Objekt:

Umbau eines Wohnhauses und Neubau einer PKW-Garage
Dünenweg 45
47546 Kalkar-Wissel

Bauherren: Niklas Janßen, Grüner Weg 2, 47546 Kalkar
Wohnfläche: 176,46 m²
Baujahr: 1770, 2011

Das Gebäude auf dem Dünenweg 45 in Kalkar/Wissel , Flur 10, Flurstück 266 wurde im Jahr 1987 als Baudenkmal Nr. 52 in die Baudenkmalliste der Stadt Kalkar eingetragen.

Gründe für die Eintragung waren unter anderem folgende:

  • Das Gebäude ist in seinem aktuellen Zustand ein klassisches Beispiel für ein typisches niederrheinisches Bauernhaus mit einer Ständerwerkkonstruktion; ein dreischiffiger Haustyp, der unter einem Dachfirst mit ungebrochener Dachfläche die Wohn- und Hauswirtschaftsräume, die Stallung und einen Teil der Vorratsräume für die Ernte aufnimmt. Das Gebäude wurde bis zum heutigen Zeitpunkt unwesentlich verändert und nicht angebaut.
  • Die Binderkonstruktionen des Dachstuhls sind vollständig erhalten und zeigen eine Form der niederrheinischen Doppelankerkonstruktion mit durchgestecktem oberem Ankerbalken.
  • Das Gebäude liegt freistehend im Dorf auf einer traditionellen Warft. Auch die Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen und die Lage mittig in dem unverbauten Grundstück zeigen die typischen Merkmale der Wetterausrichtung der Stallungen und Wohnräume sowie den Schutz vor dem Rheinhochwasser.

Nach jahrelangem Leerstand haben wir in Abstimmung mit dem Bauherrn ein neues Nutzungskonzept entwickelt. Das Gebäude sollte energetisch auf den neusten Stand gebracht werden.

Die Umsetzung der neuen Nutzung war nur in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalbehörde möglich, wobei folgende Planungsauflagen zur Genehmigung der denkmalpflegerischen Umnutzung berücksichtigt werden mussten:

  • Erhalt der ehemaligen zeitgenössischen Innenaufteilung von Wohn- und Hauswirtschaftsräumen, der Stallung und von Teilen der Vorratsräume für die Ernte
  • keine Veränderung der Außenwände
  • tragende Wände und Fundamente bewahren, trockenlegen und übernehmen
  • keine Außenwärmedämmung verwenden, um die Außenproportion nicht zu verändern
  • Wiederverwendung der ursprünglichen Materialien wie Holzfenster, Tondachziegel etc.
  • Erhalt der ungebrochenen Dachflächen und Dachgeometrie
  • Erhalt der niederrheinischen Doppelankerkonstruktion mit durchgestecktem oberem Ankerbalken, insbesondere im Bereich des Wohnraumes
  • Erhalt der tragenden Dachkonstruktion in den wesentlichen Konstruktionsteilen